Wolfgang Haendeler wurde 1962 in Opladen (Rheinland) geboren und studierte in Erlangen Germanistik, Theaterwissenschaft und Philosophie.

Nach dem Studienabschluss mit einer interdisziplinären Arbeit über Arnold Schönbergs Oper Moses und Aron und einer kulturjournalistischen Zusatzausbildung an der Universität in Essen erhielt er 1991/92 sein erstes Engagement als Opern- und Ballettdramaturg am Aalto-Theater Essen.

Seine weitere Theaterlaufbahn führte ihn an die Städtischen Bühnen Münster (1992-1998); hier fungierte er als Konzert- und Operndramaturg sowie als Persönlicher Referent des Generalmusikdirektors Will Humburg und war maßgeblich an der Konzeption und Umsetzung der Konzert- und Opernprojekte der beiden großen Stadt-Jubiläen beteiligt (1993: 1200 Jahre Münster; 1998: 350 Jahre Westfälischer Friede).

Im Anschluss daran ging er an die Opernhäuser in Rostock (1998-2000), Hagen (2000-2003), Kiel (2003-2008) und Wiesbaden (2010-2011), wo er jeweils als Chefdramaturg des Musiktheaters bzw. als Mitglied der Opernleitung tätig war und sich zudem als Moderator und Rezitator profilieren konnte.

Von August 2008 bis März 2010 arbeitete Wolfgang Haendeler in und von Hamburg aus als freischaffender Dramaturg, Autor, Moderator und Rezitator. In dieser Zeit schrieb er im Auftrag des Theater Kiel auch das Libretto für die dritte Oper von Cristóbal Halffter (Schachnovelle, nach der Vorlage von Stefan Zweig), die am 18. Mai 2013 an der Kieler Oper uraufgeführt wurde.

Als Produzent und Librettist arbeitete er zudem seit 2008 an der Uraufführung einer Oper über Hieronymus Bosch Der Garten der Lüste –, die auf John Vermeulens gleichnamigem Roman basiert (Diogenes Verlag). Das Libretto wurde von Franz Hummel zu einer modernen "Grand Opéra" ausgestaltet; die Oper ist bereits fertiggestellt und frei zur Uraufführung.

Mit der Spielzeit 2011/12 trat Wolfgang Haendeler ein neues Festengagement am Landestheater Linz an, wo er bis zum April 2016 als Leitender Dramaturg des Musiktheaters tätig war.

Am neu errichteten Musiktheater (Eröffnung: April 2013) hat er als Dramaturg Philip Glass' Oper Spuren der Verirrten nach Peter Handkes gleichnamiger Vorlage betreut (April 2013, Regie: David Pountney), Mozarts Zauberflöte (September 2013, Regie: Amon Miyamoto) und die Musiktheater-Collage Cage Stage (September 2013, Regie und Ausstattung: Achim Freyer) sowie Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried und Göttedämmerung: die Gesamt-Neuproduktion von Wagners Bühnenfestspiel Der Ring des Nibelungen (Regie: Uwe Eric Laufenberg, Dirigat: Dennis Russell Davies), der von Februar bis Mai 2015 in drei Zyklen komplett zur Aufführung kam. 

Im Juli 2015 hat er die Linzer Zauberflöten-Produktion bei den vier Aufführungen am Bunka Kaikan-Theater in Tokio begleitet und bei der A- und B-Premiere das japanische Publikum mit Mozarts Werk und der Inszenierung von Amon Miyamato vertraut gemacht; in der Saison 2015/16 betreute er als Haus-Dramaturg u. a. die Linzer Neuproduktionen von Verdis La Traviata (Regie: Robert Wilson) und Debussys Pelléas et Mélisande (Regie: Achim Freyer).

Ende April 2016 hat er das Landestheater Linz verlassen, weil er zum Mai 2016 zum neuen Theaterdirektor in Hameln (Niedersachsen) berufen wurde; das dortige Bespieltheater bietet ein breites Angebot aus Schauspiel und Kinder- und Jugendtheater, Oper, Operette und Musical, Tanztheater und Ballett, Konzert- und Musikveranstaltungen sowie aus Kleinkunst und Kabarett an: www.theater.hameln.de

Von September bis Dezember 2017 gestaltete er in Hameln als Künstlerischer Leiter die Theater-Reihe Auswärtsspiel / Theater für und in Hameln (mit 42 Aufführungen an 15 verschiedenen Orten); die von ihm verfassten Hamelner Geschichten wurden am 5. November 2017 im historischen Hamelner Pfannekuchenhaus uraufgeführt (Regie: Friederike Karig) und danach aufgrund des Erfolges und der Nachfrage bis in die Spielzeit 2019/20 im Spielplan behalten - mit Aufführungen im Pfannekuchenhaus oder auch im Museum Hameln.  

Anlässlich des 100. Jahrestages des Kieler Matrosenaufstandes erteilte ihm die Oper Kiel einen weiteren Libretto-Auftrag. Im Verbund mit dem italienischen Drehbuch-Autoren Luca Rossi verfasste er den Text zu Marco Tutinos Oper Falscher Verrat (UA: 3. November 2018, Regie: Daniel Karasek).

Am Hamelner Theater ging er mit dem Tanztheater Staatstheater Braunschweig (Künstlerischer Leiter und Chefchoreograph: Gregor Zöllig) im Rahmen des Tanzland-Projektes eine dreijährige Kooperation über sieben Teilprojekte ein, die als Initiative der Kulturstiftung des Bundes in der Projektträgerschaft des Dachverband Tanz Deutschland mit 50.000,- € gefördert wurde.

Bundesweite Beachtung fanden und die beiden zur Kooperation gehörenden Community Dance Projects im Rahmen der 10. und der 11. Hamelner Tanztheatertage - tanzwärts! Heimatsuche (UA: 17. März 2019) - und tanzwärts! Mit allen Sinnen (UA: 1. März 2020). Für die Künstlerische Leitung und Choreographie zeichnete jeweils Tiago Manquinho verantwortlich, mit Pauline De Laet (Heimatsuche) und David Blazquez (Mit allen Sinnen) als Co-Choreographen.

 

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